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Zur Bedeutung von "Sakrament" und "Symbol"

Das lateinische Wort "Sakrament" bedeutet ursprünglich "Fahneneid", mit dem der Soldat in ähnlicher Weise in das Milität aufgenommen wurde wie der Christ durch die Taufe in die Kirche. Mit "Sakrament" wurde in der frühen Kirche auch das griechische Wort "Mysterium" übersetzt, das "Geheimnis" bedeutet. Es bezeichnet nicht etwas völlig Unverständliches, sondern göttliches Handeln im Leben der Menschen.
Das griechische Wort "Symbol" bedeutet "das Zusammengefügte", "das Zusammengebrachte", "das Verbindende". Symbole bringen etwas zusammen, was nicht von selbst zusammengehört. Sie geben einer einzelnen Sache einen bestimmten Sinn.
Die kirchlichen Sakramente sind Zeichenhandlungen, die etwas im Kleinen wie im Großen bewirken und verändern. Viele symbolhafte Zeichen sind uns vertraut. Die Rose ist eine normale Pflanze, doch zugleich ein Symbol der Liebe. Der Fluss kann ein Symbol der dahinfließenden Zeit sein, eine Taube wird zum Symbol des Friedens. Jede Zeichenhandlung bewirkt etwas: das Streicheln der Mutter, wenn ein Kind Kummer und Schmerz hat; der Ring, den der Liebende seiner Geliebten schenkt; der Kuss, den sich Freundinnen zum Abschied geben.

     
     


Im Allgemeinen wissen wir sofort, was diese Symbolhandlungen "zusammenbringen", was sie sagen, was sie bewirken und was sie verändern. Sie sind für uns oft "Lebenszeichen". Sakramente sind solche Zeichen, Sakramente sind "Lebens-Zeichen".
Sakramente haben eine viel größere Reichweite: sie verbinden nicht nur Dinge aus unserer Welt, sondern sie verbinden

uns Menschen heute mit Jesus von Nazareth,

unsere bedrohte Erde mit der neuen Welt des Reiches Gottes,

unsere vergängliche Zeit mit Gottes Ewigkeit und

uns Menschen mit Gott.



Sakramente sind Geschenk und Verpflichtung

Die Sakramente sind nicht Menschenwerk. Sie haben ihre ungewöhnliche Kraft durch Jesus Christus selbst. Er selbst war ungewöhnlich, daher können auch die Sakramente seiner Kirche ungewöhnlich sein. In Jesus Christus haben sich Gott und Mensch selber berührt, sie bilden in ihm eine Einheit. Deshalb nennen Theologen Jesus Christus auch das "Ursakrament". Das heißt nichts anderes als das: In ihm ist die Verbindung von Himmel und Erde gegeben. Alle Sakramente haben durch ihn ihre Kraft. Sie sind die Energien, die von ihm zu den Menschen führen. Sie sind ein Geschenk, eine Gabe, zugleich aber auch eine Aufgabe, eine Verpflichtung. Jeder ist mit dem Empfang von Sakramenten in das Handeln Jesu Christi hineingenommen. Er soll so handeln, wie Jesus gehandelt hat.
Sakramente sind auch Protest-Zeichen in einer Welt, in der das Böse regiert. Sie geben den Christen die Kraft, gegen Hunger und Einsamkeit, gegen Unfrieden und Ungerechtigkeit, gegen sinnloses Leben, Leiden und Sterben, gegen ein Leben ohne Gott anzugehen.


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